Westafrika meets TrailPunkz

Heute wollen wir nach Senegal rüber, kurz vor der Grenze hatte ich noch ein schönes WildCamp im Nationalpark gefunden. Der Abend war ruhig verlaufen. Wir sind mittlerweile mit Stephen alleine unterwegs, da Neil erst am Mittwoch über die Grenze fahren wollte. Er war wieder nach Nouakchott zurückgefahren. Als wir losfahren entpuppen sich die 6 km zur Grenze als üble Piste. Wir sehen 2 umgekippte LKW, die mitten auf der Fahrbahn liegen. Wir wundern uns und mutmaßen, dass zumindest einer schon länger hier liegt. Am zweiten LKW halten wir an und fragen den noch verbliebenen Fahrer, ob alles ok ist und ob er etwas braucht. Er zeigt, dass alles ok ist und wir setzten unseren ruppigen Weg weiter fort. Robbie und der Toyo müssen übelstes Wellblech ertragen, immer wieder stoppen wir, um Fotos zu machen. Ich sehe Wildschweine und amüsiere mich über die Tiere, die im Sumpf in der Nähe der feuchten Wiesen sitzen. Die Landschaft, durch die sich die Piste zieht ist wunderschön und als Vogelparadis bekannt. Trotzdem sind wir froh, dass wir jetzt in der Trockenzeit hier sind. Ich wage mir nicht vorzustellen, wie es in der Regenzeit zugeht und erinnere mich an den ersten umgekippten Truck, der schon halb begraben an der Seite der Piste lag. Wir kommen ohne Probleme zur Grenze. Es ist früh und noch nicht viel los. Auch über die senegalesische Grenze hatte ich Schauergeschichten gehört, dass man ohne Grenzhelfer nicht rüber kommt oder lange Wartezeiten hat. Stephen ist etwas aufgeregt und gibt uns einige Male zu verstehen, dass er froh ist, dass wir zu dritt sind. Ich bin entspannt und witzel noch, wenn die uns nicht hier haben wollen, kehren wir halt wieder um. Schnell sind unsere Pässe gestempelt, Peter versucht noch den Stempel fürs Carnet zu verhandeln, aber wir können den Beamten nicht überreden. Wir bekommen nur das 3 Tages-Einfuhrpapier und müssen das Carnet in Dakar stempeln lassen. Auch gut denke ich mir, dann nutzen wir doch die Gelegenheit und Dakar anzusehen. Wieder rennen wir von Büro zu Büro, um uns Stempel oder Papiere zu holen, zahlen kleine Beträge, wo wir uns nicht wirklich sicher sind, on Höhe und Forderung rechtmäßig sind. Es soll Overlander geben, die wegen 10 Euro 3,5 Stunden an der Grenze diskutieren, ob der Betrag rechtmäßig ist oder nicht. Ganze Internetseiten beschäftigen sich mit diesen Themen. Für mich ist das allerdings bei kleinen Beträgen noch zu ertragen und meine Zeit mir auch mehr wert als mit einem Grenzer 4 Stunden zu diskutieren. Zumindest die Minibeträge, die wir an der Grenze in Senegal gezahlt haben, haben unsere Reise bis jetzt noch nicht ins Wanken gebracht. Vielleicht hat es meine Kasse um den Betrag eines Bieres gemindert, dass ich mir hätte extra leisten können. Immerhin ein Plus für meine Leber. Man kann das auch „positiv“ sehen. Wir sind nun also im Senegal und die Welt ändert sich schlagartig. Ich sehe wieder ordentliche Autos auf den Straßen, Gebäude, es gibt Lebensmittel, ordentliche Tankstellen, 4G Mobilfunkabdeckung, Geschäfte, Handwerk, ….und sau viele Menschen. Es wuselt wirklich an jeder Ecke. Wir sind überwältigt als wir nach St. Louis in Richtung Zebrabar fahren. Senegal kommt gleich in der ersten Minute gut weg. Peter und ich diskutieren und kommen zu dem Ergebnis, dass wir das schon mal hatten als wir von Russland nach Norwegen gefahren sind. Sicherlich ist Senegal nicht mit europäischen Standards zu vergleichen, das Land ist für unsere Verhältnisse durchaus arm, aber definitiv nicht bitterarm. Uns fällt gleich auf, dass die Menschen hier sehr gut angezogen sind, es gibt Modeerscheinungen und besonders beeindrucken uns die Frauen, die fast alle schöne bunte afrikanische Kleidung tragen. Eine wahre Freude fürs Auge. So habe ich mir Afrika vorgestellt und habe auch keine besonderen Gefühle eines „Kulturschocks“, die mich in Mauretanien eingeholt hatten. Dennoch, eine gewisse Eingewöhnung braucht es auch hier.