Mauretanien- wir kommen

Mauretanien - wir kommen. Schon einiges habe ich über diese Grenze gelesen. Es geht los, noch 80 Kilometer bis zur Ausreise Marokko. Wir stoppen noch kurz für ein obligatorisches Foto am Wendekreis des Krebses und hinterlassen unseren TrailPunkz Aufkleber auf dem Schild. Was für ein Spaß, wie am Polarkreis positionieren wir Robbie so, dass sie und das Schild gut auf dem Foto rauskommen. Als wir weiterfahren steigt meine Nervosität in Bezug auf die Grenze. Die Ausreise aus Marokko gestaltet mir weniger Kopfschmerz, da ich mittlerweile Vertrauen zu dem Land habe, aber Mauretanien bleibt wir schlicht ein Rätsel. Das Land kommt allgemein nicht gut weg. Im Hinterkopf habe ich die Reisewarnung, die für Mauretanien besteht und auch den Bericht über das verminte Niemandsland, durch das wir durch müssen, wenn wir den marokkanischen Grenzposten verlassen haben. Die Grenzanlage der Marokkaner ist modern. Wir werden freundlich auf die Seite gewunken mit dem Hinweis uns bei der Polizei den Ausreisestempel zu holen. Alles funktioniert recht schnell und wir werden dann weiter zum Scanner geschickt. Robbie muss alleine in der Scannerhalle stehen, während wir draußen warten. Mehrmals werden unsere Papiere geprüft und gestempelt. Als wir aus dem Scanner ausfahren und zur Ausreise vorfahren, werden wir wieder von der Polizei zurückgeschickt. Sie lachen und machen ihre Scherze bis wir verstehen, dass wir mal eben den Zoll übersprungen haben und noch eine Sichtkontrolle und das Abstempeln des Zollpapiers absolvieren müssen. Wir fahren wieder ein Stück zum Zoll zurück, dort ist man belustigt über uns, wir scherzen und werden dort auch schnell und ohne Probleme abgefertigt. Nun steht wir wieder an der Ausreise. Noch zwei Mal werden unsere Papiere geprüft und zusätzlich in ein großes Buch eingetragen bis sich die Schranke hebt und wir ins Niemandsland ausfahren dürfen. Ich denke noch, typisch afrikanische Grenze und muss schmunzeln. In vielen Internetberichten hatte ich gelesen, dass der Weg zur mauretanischen Grenze schon zu 2/3 asphaltiert ist und das letzte Stück Piste  zum maurischen Grenzposten einfach zu machen ist, allerdings gilt dies heute nicht für uns. Schon gleich ist die gute Asphaltstraße von den Truckern zu gemacht worden und sie weisen uns den Weg über die Piste. Wir kehren also um und fahren hinter einem LKW auf eine Piste. Mit gefriert das Blut. Es ist Sandsturm und wir erkennen nur wenig. In Erinnerung habe ich, dass man auf den steinigen Passagen bleiben soll, so schlängeln wir uns den Weg durch 3 km Niemandsland. Es klappt und wir folgen einem LKW, der etwas weiter vor uns fährt. Wird wohl passen, denke ich mir. Wenn er in die Luft fliegt wars der falsche Weg. Aber wie so immer wird alles heißer gekocht als gegessen und wir kommen am mauretanischen Grenzposten an. Die Schranke wird uns geöffnet und wir fahren eins ins Abfertigungsgelände. Ein Polizist begrüßt uns und zeigt uns den Weg zur Einreise und wo wir das Visum bekommen. Es ist ruhig, keine nervigen Schleppen, wie so oft in den Blogs beschrieben. Nur ein zwei junge Männer bieten mir eine lokale SIM-Karte an. Ich vertröste sie freundlich auf später, da ich mich zunächst um die Einreise kümmern möchte. Im Büro der Einreise werden wir freundlich empfangen und bekommen das Visum für die angegebenen 55 Euro. Alles ganz entspannt und in guter Stimmung.Nachdem wir unser biometrisches Visum haben zeigt uns ein Polizist, wo wir das Zollpapier für Robbie kriegen, auch das ist schnell gemacht und als letzte Station sprechen wir nochmals bei der Polizei vor, wo unsere Pässe und das Visum nochmals gescannt werden. Das Auto wird kurz angeguckt und wir fahren weiter zum Bankautomaten und zum Versicherungsbüro, bei Stellen befinden sich noch im Abfertigungsgelände und alles verläuft recht bequem. Als sich der Schlagbaum in Richtung Mauretanien hebt werden wir noch mit einem netten „Bon Voyage“ verabschiedet. Peter und ich gucken uns an nach dem Motto „und das soll es nun gewesen sein“ und fahren auf einer guten Asphaltstraße in Richtung Nouadhibou, wo wir einen ersten Stop einlegen wollen. Auf IOverlander finde ich den Camping Dauphine.  Auf dem Weg in die Stadt werden wir einige Male von der Polizei an Kontrollen angehalten, wir geben unser Fiche ab und dürfen immer durchfahren. Uns fällt gleich auf dass 

 

 

Mauretanien deutlich ärmer ist als Marokko. An der Straßen sehen wir unzählige Autowracks und ein Meer von Müll. Es ist verrückt, auch die Menschen hausen in desolaten Verschlägen. Als wir in Nouadhibou rein fahren ändert sich das Bild kaum. Extrem ärmlichste Verhältnisse, Chaos, schrottreife Autos, ich traue mich zunächst gar nicht auf die Straße. Ich habe vielmehr das Gefühl die Situation aus dem Auto zu beobachten, da ich nicht wirklich im ersten Moment damit umgehen kann. Angekommen in Westafrika, alles ist extrem anders und ich frage mich, ob es der Kulturschock ist, vermutlich ist es das. Da wir das Camp Dauphine nicht gut fanden, fahren wir nun zu einer anderen Adresse, die ich auf IOverlander entdecke. Wir fahren wild durch die Stadt, kreuzen mehrmals einige größere Kreuzungen als wir wieder mal von der Polizei angehalten werden. Zunächst sind wir entspannt, aber werden dann nach dem Nummernschild gefragt, das oben am Dachträger angebracht ist. Auch die vorderen verdunkelten Scheiben scheinen ihm nicht zu gefallen. Wir stellen auf doof und tun so als ob wir nichts kapieren. Peter zeigt alle möglichen Papiere und auch das Fiche und fängt an auf deutsch zu reden. Wir bleiben freundlich und auch ich spiele das Spiel der Ratlosigkeit mit. Es scheint zu klappen und der Polizist versucht zu telefonieren und ich sehe auf der anderen Straßenseite ein weiteres Polizeifahrzeug halten. Der Beamte kommt auf und zu und wir mutmaßen, dass es anscheinend der Vorgesetzte ist. Er begrüßt uns freundlich und fragt uns wo wir hin wollen, wir antworten, dass wir den Campingplatz suchen und auch schon einen Fiche abgegeben haben. Er nickt freundlich und raunt seinen Mitarbeiter an und lässt und fahren. Wir haben unseren Spaß und fahren über eine Piste raus zum Campingplatz, der sich an einem ruhigen Küstenabschnitt stadtauswärts von Nouadhibou befindet. Ich bin erleichtert als ich dort ankomme und etwas Ruhe finden kann. Mir hat es gerecht für heute und ich habe das Gefühl Mauretanischen erst mal sacken zu lassen. Am Camping werden wir vom Team extrem freundlich begrüßt, einer der Mitarbeiter spricht sogar Englisch, auch das Klo und die Dusche sind für die lokalen Verhältnisse passabel. Wir beschließen 2 Tage zu bleiben, um einfach anzukommen. Ich spüre immer noch meine Anspannung und schlafe in der ersten Nacht nicht wirklich gut. Zu viel schlechte Gedanken begleiten mich in Bezug auf Mauretanien. Ich versuche die Gedanken wegzuwischen und mich auf die positiven und lustigen Erlebnisse zu konzentrieren, die wir in den ersten Stunden in diesem Land erlebt haben. Insbesondere das nette Campingplatzteam hilft mir ungemein einen guten Einstieg zu bekommen. Als wir 2 Tage später wieder in die Stadt fahren ist meine Stimmung wieder entspannt. Wir erleben lustige Dinge mit den Locals auf der Suche nach einem ATM und einer SIM-Karte für Peter. Wir werden sogar gefragt, ob wir nicht unseren Schönen Landy verkaufen wollen. Es macht Spaß, wir witzeln mit den Leuten, bekommen alles und viel Hilfe, die Dinge zu finden. Mehrmals bekommen wir sogar ein Daumen oder ein Welcome aus vorbeifahrenden Autos zugeworfen. Vermutlich freut man sich, dass sich Ausländer wieder nach Mauretanien trauen trotz hoher Reisewarnung für das ganze Land. Wir beschließen daraufhin länger im Land zu bleiben und uns Zeit zu nehmen.