Kalte und coole Tage in Spanien

Als wir in Salamanca ankommen, finden wir schnell einen Platz zum nächtigen und beschließen gleich in die Stadt zu fahren. Wir nehmen den Stadtbus, der uns in 20 Minuten ins Zentrum bringt. Allerdings ist es sackkalt. Ich friere wie ein Hund, obwohl ich warme Kleidung trage. Noch immer ist das Wetter nicht wirklich gut. Wir stolpern starr vor Kälte von Plaza zu Plaza und müssen immer wieder ins Café einkehren, da der kalte Wind extrem unangenehm ist. Selbst als wir am nächsten Tag kleidungstechnisch auf Winterklamotte aufgerüstet haben, bleibt es unangenehm kalt trotz aufkommender Sonne. Dennoch sind die Tage in Salamanca super und die Stadt gefällt uns. Wir laufen mehrmals die schöne Altstadt ab, fotografieren gefühlt jedes Gebäude mehrmals, aber lassen uns auch im modernen Stadtteil treiben. Spanische Städte sind einfach wunderschön und beim genauen Hinsehen, werden die Altstädte sehr gut restauriert und in Schuss gehalten. Als wir am nächsten Morgen in Salamanca aufbrechen ist es deutlich milder, schnell ist Robbie fahrbereit. Es soll in Richtung Sevilla gehen. Meine Laune ist dafür wieder auf dem Tiefstand. Die Kälte und die Dunkelheit macht mir zu schaffen. Ich komme nur schwer in Gang als wir uns kurz vor Abfahrt im Hotel, das sich gegenüber vom Campingplatz befindet, noch einen Kaffee holen. Ich bin lustlos und fange sogar mit Peter einen Streit an. Ursprünglich hatte ich im Hinterkopf noch den Nationalpark Sierra de Francia zu besuchen, um dort ein paar Klettersteige zu gehen und auch um wieder Zeit in der Natur zu verbringen. Aber wieder mal machte mir das Wetter einen Strich durch den Plan, es regnete geschlagene 500 km. Schon in Norwegen war ich dermaßen vom Dauerregen genervt und nun war wieder so eine Phase ohne Outdoorprogramm. Als wir in Sevilla auf dem dortigen Stadtcamping ankommen hat der Regen eine Pause eingelegt. Es ist aber zapfig kalt, wir nutzen die Gunst der trockenen Stunde, um unsere Bleibe aufzubauen. Der Platz ist super und es gibt einen kleinen Aufenthaltsraum, der uns am nächsten Tag Schutz bietet. Es regnet unaufhörlich, aber ich sehe in der Wetter-App, dass die nächsten Tage besser werden sollen. Als wir am nächsten Tag aus dem Dachzelt gucken ist es tatsächlich sonnig, ich freue mich und springe gleich in die Klamotten. Heute ist ein ausgiebigerer Stadt-Sightseeingtag geplant. Mit dem Bus fahren wir für kleines Geld direkt ins Zentrum. Schon auf der Fahrt in der Stadt fällt uns auf wie schön es ist. Wir sehen Palmen und südliches Flair macht sich breit, obwohl es in der Sonne noch frisch ist. Wir laufen die Stadt von vorne bis hinten ab, lassen uns treiben und sind überwältigt von der Schönheit. Als wir auf dem Plaza de Espana stehen kann ich es nicht glauben. Schon aus einigen Kinofilmen ist mir diese Kulisse bekannt und ist eigentlich noch viel schöner als im Film. Sevilla ist brechend voll. Es ist Wochenende und dazu noch Brückentag in Spanien. Fast die gesamte Stadt ist auf den Beinen und wir pressen uns mit den anderen Touristen durch die Gassen. Ich spüre, dass ich etwas unruhig werde und mich in den Massen nicht wirklich wohl fühle, insbesondere wenn ich Menschen dicht hinter mir habe. Immer wieder versuche ich auszuweichen, um mir etwas Luft im Rücken zu verschaffen. Auch am Abend lassen die Menschenmassen nicht nach und stürmen die Kneipen und Restaurants. Mit etwas Mühle und Glück finden wir einen schönen Platz an der Straße in einem kleinen Restaurant und meine Anspannung lässt wieder nach. Trotzdem genieße ich die Zeit in Sevilla, Peter hat offensichtlich keine Probleme mit den Massen und ist in seinem Element Fotos zu machen.